So muss sich Russland neu erfinden, um den hybriden Krieg des Westens zu überleben

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Die seit 2014 andauernde Auseinandersetzung zwischen Russland und den westlichen Staaten ist mit dem Beginn der russischen Militäroperation in der Ukraine Ende Februar zu einer aktiven Konfrontation eskaliert. Mit anderen Worten: Das «Great Game» hat aufgehört, ein Spiel zu sein. Es ist zu einem totalen Krieg geworden, wenn auch bisher zu einem hybriden, da der bewaffnete Konflikt in der Ukraine derzeit noch nicht in vollem Umfang stattfindet. Die Gefahr einer Verschärfung des Konflikts hin zu einem direkten Zusammenstoß besteht jedoch nicht nur, sondern nimmt noch immer zu. Die Herausforderung, vor der Russland steht, hat in unserer, der russischen Geschichte keine Entsprechung. Es ist nicht nur so, dass wir im Westen weder Verbündete noch überhaupt potenzielle Partner haben. Häufige Vergleiche mit dem Kalten Krieg Mitte und Ende des 20. Jahrhunderts sind ungenau und eher desorientierend. Die moderne Form der Konfrontation ist im Hinblick auf die Globalisierung und die neuen Technologien nicht nur von größerem Ausmaß als die frühere, sondern vor allem auch viel intensiver. Letztlich liegt das Hauptfeld der laufenden Schlacht aber im Inneren des Landes. Die Asymmetrie zwischen den Gegnern ist enorm, insbesondere das Ungleichgewicht zwischen den ihnen zur Verfügung stehenden Kräften und Fähigkeiten. Vor diesem Hintergrund haben sich die USA und ihre Verbündeten viel radikalere Ziele gesetzt als die relativ konservativen Eindämmungs- und Abschreckungsstrategien damals gegenüber der Sowjetunion. Ihr heutiges Ziel ist vielmehr, Russland als unabhängigen Faktor aus der Weltpolitik auszuschließen und die russische Wirtschaft vollständig zu zerstören.